Vom 1. bis zum 31. März 2025 wird in den USA und in Australien der „Women’s History Month“ begangen. Dieser Monat feiert jedes Jahr unter einem bestimmten Motto die besondere Beteiligung von Frauen an historischen Ereignissen, Geschehen und Entwicklungen. In diesem Jahr lautet es: “Moving Forward Together! Women Educating & Inspiring Generations.”
Und vor kurzem habe ich über eine Bewegung von Frauen gelesen, die mich als Frau, Mutter und auch als Designerin sehr berührt hat, weil sie meine persönliche Geschichte und auch meine Vorstellungen sehr betrifft.
Im Jahr 1982 hatte die Amerikanerin Justine Merritt nach einem Besuch in Hiroshima die Idee, das Pentagon einzuwickeln mit mit einem Band, so wie man einen Finger damit umbindet, um sich etwas zu merken. Sie wollte damit ihren Protest gegen die nukleare Aufrüstung ausdrücken – auf ganz weibliche Art. Das Pentagon sollte umwickelt werden um daran zu erinnern, “that we love the earth and its people,“ (Zitat Justine Merrit). Ihre Idee: Auf einem Stück Stoff in der Größe 36×18 inch (91×46 cm) können Frauen ihre Gedanken zum Thema Frieden und Abrüstung textil auszudrücken – durch nähen, sticken, quilten oder patchworken. Freunde, Verwandte und schließlich Handarbeitsjournale verbreiteten die Idee. Viele amerikanische Frauen beteiligten sich daran, oft organisiert in lokalen Gruppen. Als dieses Projekt international bekannt wurde, kamen auch Beiträge aus Russland, Deutschland, Neuseeland, Italien, Kanada usw. usw. dazu. Über 27.000 einzelne Stücke wurden es. Am 4. August 1985 war es dann soweit. 20.000 Menschen reisten in Washington an und ein 29 km langes Band um das Pentagon herum entstand.
1985 war ich kurz vor dieser großen Aktion in Washington 10 Jahre alt geworden. In diesem Jahr werde ich 50 und die Aktion „The Ribbon“ wird 40. Sie hat wieder Aktualität. Leider.
Ich bin aufgewachsen mit ständigen Nachrichten über atomare Aufrüstung, kalten Krieg etc…… Die NATO und der Warschauer Pakt standen sich nahezu unversöhnlich gegenüber. Diese Bedrohung war Teil meiner Kindheit in der DDR. Das Mantra war: Frieden kann man nur mit Waffen schaffen. Das habe ich im Staatsbürgerkundeunterricht so gelernt. Handarbeiten wie Nähen, sticken usw. waren schon damals meine Art, ein eigenes Leben zu führen, Ideen zu entwickeln, mich auszudrücken…Und weil ich eben selbst so gern handarbeite, hat mich wohl auch diese Bewegung so beeindruckt, weil sie sich über das gleiche Medium ausgedrückt hat, dem auch meine Leidenschaft gilt.
Neulich traf ich mich mit einer Freundin zum Kaffee.
Sie ist aufgewachsen im westdeutschen Rheinland, lernte in ihrer Kindheit, dass die NATO und die USA ihre Beschützer seien. Zur gleichen Zeit also, als ich in der Schule lernte, dass nur Moskau und der Warschauer Pakt mich beschützen könnten. Heute wohnen wir in der gleichen Straße und treffen uns regelmäßig, diskutieren über Unterschiede, haben gleiche Probleme und können oft über vieles gemeinsam lachen. Freundinnen eben, die auch schon miteinander genäht haben und das mal wieder machen könnten. Gemeinsam.
Eure Sandra von elbfeeberlin
Blogpost240325
Sandra, I did not know that you grew up in East-Germany. That’s interesting. We had relatives in East-Berlin and we were in touch with them and visited each other before the wall was built. And now I am living in the U.S.A., where our daughters were born and raised. But I am proud to have been born and raised in Berlin, Germany, and we visit relatives who still live in Germany, often. Han
Women have contributed during times of war by sewing and knitting for the soldiers. My mother told me, that is what they did, since I was born after World War 2. I hope and pray that we never have to go through another war. I want to enjoy this world without it being destroyed by wars! I think that is something we should be able to demand from the world powers!
Dear Hanne, you are so right! Warmly Sandra